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    SystemSelect · Beratung für Software-Auswahl

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    Datenbereinigung vor dem Systemwechsel: Checkliste in 10 Schritten

    Welche Daten gehören ins neue System – und in welcher Qualität? Mit dieser Checkliste bereiten Sie Daten, Verantwortlichkeiten, Mapping, Testmigration und Abnahme nachvollziehbar vor.

    Von Tim Sternatz · SystemSelect

    Auf einen Blick

    Datenbereinigung beginnt vor der Migration: Inventarisieren Sie Quellen, bestimmen Sie Data Owner, entscheiden Sie über Dubletten und Altbestände und legen Sie Qualitätsgrenzen vor dem finalen Lauf fest. Erst dann werden Mapping, Testmigration, Cutover und fachliche Abnahme belastbar.

    Warum Datenbereinigung vor dem Systemwechsel nötig ist

    Ein neues ERP-, CRM-, PIM- oder MDM-System behebt keine unklaren Datenregeln. Werden Dubletten, veraltete Datensätze und widersprüchliche Verantwortlichkeiten unverändert übernommen, bildet das Zielsystem dieselben Probleme nur in einer neuen Oberfläche ab.

    Die Datenprüfung gehört deshalb bereits in die Systemauswahl. Datenvolumen, Quellsysteme, Pflichtfelder, Historienbedarf und Integrationen beeinflussen Anforderungen, Anbieter-Demos und Projektumfang. Nach der Entscheidung wird daraus ein eigenes Migrationsarbeitspaket mit Mapping, Testläufen und Abnahme.

    Die Leitentscheidung je Datenklasse

    Migrieren, archivieren, zusammenführen oder löschen – mit fachlichem Owner, dokumentierter Regel und prüfbarem Ergebnis.

    Arbeitsvorlage

    Datenbereinigungs-Checkliste: 10 Schritte

    Jeder Schritt endet mit einem konkreten Lieferobjekt und einer prüfbaren Abnahmebedingung.

    Excel-Checkliste
    01

    Datenquellen und Datenobjekte inventarisieren

    Welche Systeme, Dateien und Schnittstellen enthalten die Daten, die für den Zielprozess benötigt werden?

    Ergebnis
    Quellenregister mit System, Datenobjekt, Format, Volumen, Ansprechpartner und Aktualisierungsrhythmus.
    Fertig, wenn
    Jedes relevante Datenobjekt hat eine bekannte Quelle und eine fachlich verantwortliche Person.
    02

    Dubletten, Altbestände und Schattenlisten erkennen

    Welche Datensätze beschreiben dieselbe Entität, sind veraltet oder werden außerhalb des führenden Systems gepflegt?

    Ergebnis
    Regeln für Dublettenerkennung sowie eine dokumentierte Entscheidung zu Löschen, Archivieren oder Zusammenführen.
    Fertig, wenn
    Für jede erkannte Altlast ist eine nachvollziehbare Behandlung festgelegt.
    03

    Pflichtfelder und Datenverantwortung festlegen

    Welche Felder braucht der Zielprozess zwingend und wer entscheidet bei unklaren oder widersprüchlichen Werten?

    Ergebnis
    Pflichtfeldkatalog und RACI-Zuordnung für Data Owner, Data Steward, IT und Projektleitung.
    Fertig, wenn
    Pflichtfelder, Freigaberechte und Eskalationsweg sind benannt.
    04

    Ziel-Datenmodell und führende Systeme definieren

    Wie sehen Entitäten, Beziehungen, Schlüssel und zulässige Werte im neuen System aus?

    Ergebnis
    Abgestimmtes Zielmodell mit Golden Source je Datenobjekt und Regeln für systemübergreifende Identitäten.
    Fertig, wenn
    Das Zielmodell ist vor dem Feldmapping fachlich freigegeben.
    05

    Feldmapping und Transformation vorbereiten

    Welches Quellfeld wird in welches Zielfeld übertragen und welche Umrechnung oder Anreicherung ist nötig?

    Ergebnis
    Versionierte Mapping-Tabelle mit Quelle, Ziel, Datentyp, Transformationsregel, Pflichtstatus und Testfall.
    Fertig, wenn
    Jedes Zielfeld ist gemappt, bewusst leer oder als nicht zu migrieren dokumentiert.
    06

    Bereinigung umsetzen und protokollieren

    Welche Korrekturen lassen sich regelbasiert automatisieren und welche brauchen eine fachliche Entscheidung?

    Ergebnis
    Bereinigungsregeln, Fehlerlisten und ein Änderungsprotokoll, das Originalwert und Zielwert nachvollziehbar macht.
    Fertig, wenn
    Korrekturen sind reproduzierbar; manuelle Entscheidungen sind prüfbar dokumentiert.
    07

    Testmigration mit realistischen Daten durchführen

    Funktionieren Extraktion, Transformation, Laden und fachliche Nutzung unter realistischen Bedingungen?

    Ergebnis
    Testlauf-Protokoll mit Laufzeit, Fehlerklassen, Abweichungen, Verantwortlichen und Wiederholungsentscheidung.
    Fertig, wenn
    Technische und fachliche Prüfer haben dieselbe Testversion abgenommen oder Restfehler zugeordnet.
    08

    Qualitätsgrenzen und Go/No-Go-Regeln festlegen

    Welche messbaren Bedingungen müssen Vollständigkeit, Eindeutigkeit, Gültigkeit und Referenzintegrität erfüllen?

    Ergebnis
    Qualitätsmatrix mit Kennzahl, Berechnungsregel, Zielwert, Toleranz, Prüfer und Konsequenz bei Abweichung.
    Fertig, wenn
    Grenzwerte werden vor dem finalen Lauf beschlossen, nicht erst anhand des Ergebnisses.
    09

    Cutover, Delta-Migration und Rollback vorbereiten

    Wie werden Änderungen nach dem letzten Test erfasst, wann werden Quellen gesperrt und wann wird zurückgerollt?

    Ergebnis
    Cutover-Runbook mit Zeitfenster, Reihenfolge, Abhängigkeiten, Kommunikationsweg, Delta-Lauf und Rückfallpunkt.
    Fertig, wenn
    Jede Aktivität hat Owner, Startsignal, Ergebnisnachweis und Abbruchkriterium.
    10

    Fachliche Abnahme und Übergabe dokumentieren

    Wer bestätigt, dass Daten nicht nur technisch geladen, sondern im Zielprozess korrekt nutzbar sind?

    Ergebnis
    Abnahmeprotokoll je Datenobjekt sowie offene Punkte mit Frist, Risiko und Zuständigkeit.
    Fertig, wenn
    Freigabe, Restfehler und Betriebsverantwortung sind schriftlich festgehalten.

    Praxisbeispiel

    So kann ein Datenqualitäts-Audit aussehen

    Das folgende Beispiel zeigt typische Befundklassen und Entscheidungen. Es ist keine Benchmark: Prüfregeln und Grenzwerte müssen zum Datenobjekt und Zielprozess passen.

    DatenobjektQualitätsdimensionBeispielhafter BefundNächste Entscheidung
    KundenstammEindeutigkeitMehrere Dublettenregeln liefern unterschiedliche TrefferMatching-Regel fachlich entscheiden und Testmenge erneut prüfen
    ArtikelstammVollständigkeitPflichtfelder des Zielsystems sind in der Quelle nicht durchgängig befülltOwner je Feld benennen und zulässige Ersatzlogik dokumentieren
    LieferantenGültigkeitStatus- und Ländercodes entsprechen nicht vollständig dem ZielwertebereichLookup-Tabelle freigeben und ungültige Werte in Fehlerliste aussteuern
    AufträgeReferenzintegritätEinzelne Bewegungsdaten verweisen auf nicht übernommene StammdatenArchivierungsumfang und Abhängigkeiten gemeinsam entscheiden

    Vollständigkeit

    Messregel, Zielwert, Toleranz, Prüfer und Reaktion dokumentieren.

    Eindeutigkeit

    Messregel, Zielwert, Toleranz, Prüfer und Reaktion dokumentieren.

    Gültigkeit

    Messregel, Zielwert, Toleranz, Prüfer und Reaktion dokumentieren.

    Referenzintegrität

    Messregel, Zielwert, Toleranz, Prüfer und Reaktion dokumentieren.

    Datenqualität mit Systemauswahl und Migration verbinden

    Vor der Auswahl

    Quellen, Datenobjekte und Qualitätsprobleme erfassen. Daraus entstehen belastbare Anforderungen an Import, Validierung, Historie und Integrationen.

    Systemauswahl einordnen →

    In der Anbieterauswahl

    Reale Datenfälle in Demos und Proof-of-Concepts prüfen. Anbieter müssen Mapping, Fehlerbehandlung und Nachvollziehbarkeit am konkreten Szenario zeigen.

    Auswahlmethodik nutzen →

    In der Umsetzung

    Bereinigung, Testmigration, Cutover und Abnahme als eigenes Arbeitspaket steuern – mit fachlichen Ownern und dokumentierten Go/No-Go-Regeln.

    Umsetzung absichern →

    Daten-Audit vor der Softwareauswahl

    Klären Sie Datenrisiken, bevor sie den Projektplan bestimmen.

    Im Erstgespräch strukturieren wir Quellsysteme, Datenobjekte, Verantwortlichkeiten und die wichtigsten Qualitätsrisiken. Sie erhalten einen klaren nächsten Prüfauftrag – ohne Tool-Pitch und ohne vorweggenommene Systementscheidung.

    Fragen aus Datenmigrationsprojekten

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