Typische Systemlandschaft im Großhandel
Einkauf, Lagerhaltung, Auftragsabwicklung, Finanzen
SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365, proALPHA, Sage
Produktstammdaten, Artikelpflege, Kataloge, Lieferantendaten
Akeneo, Pimcore, Contentserv
Key-Account-Management, Einkäufer-Beziehungen, Angebotsmanagement
Salesforce, HubSpot, Dynamics CRM
B2B-Webshop, Preislisten, Kundenportal, Wiederbestellungen
Shopware, Magento (Adobe Commerce), plentymarkets
ERP–Shop–PIM-Integration, Lieferanten-EDI, Logistikanbindung
Boomi, MuleSoft, n8n, Make
Lieferanten- und Kundenstammdaten, Datenqualität, Klassifikation
Stibo STEP, Semarchy, Profisee, SAP MDG
| System | Rolle | Typische Anbieter | Priorität |
|---|---|---|---|
| ERP | Einkauf, Lagerhaltung, Auftragsabwicklung, Finanzen | SAP S/4HANA, Microsoft Dynamics 365, proALPHA, Sage | Kernbaustein |
| PIM | Produktstammdaten, Artikelpflege, Kataloge, Lieferantendaten | Akeneo, Pimcore, Contentserv | Hoch bei > 1.000 SKUs |
| CRM | Key-Account-Management, Einkäufer-Beziehungen, Angebotsmanagement | Salesforce, HubSpot, Dynamics CRM | Mittel–Hoch |
| Shop | B2B-Webshop, Preislisten, Kundenportal, Wiederbestellungen | Shopware, Magento (Adobe Commerce), plentymarkets | Hoch bei E-Commerce |
| iPaaS | ERP–Shop–PIM-Integration, Lieferanten-EDI, Logistikanbindung | Boomi, MuleSoft, n8n, Make | Hoch bei > 3 Systemen |
| MDM | Lieferanten- und Kundenstammdaten, Datenqualität, Klassifikation | Stibo STEP, Semarchy, Profisee, SAP MDG | Mittel |
Häufige Problemsituationen
Produktdaten inkonsistent über Kanäle
Artikel sind im ERP angelegt, aber Beschreibungen, Bilder und technische Daten fehlen oder sind veraltet. B2B-Shop und Kataloge zeigen unterschiedliche Informationen.
ERP als einzige Wahrheit – aber ohne Qualität
Lieferantendaten, Artikelbeschreibungen und Preislisten werden nur im ERP gepflegt – mit den Qualitätsproblemen, die ein ERP-System mit sich bringt, wenn es als PIM verwendet wird.
Fehlende Preistransparenz im B2B-Shop
Kundenindividuelle Preise, Staffelrabatte und Kundengruppenpreise aus dem ERP kommen nicht oder verzögert im B2B-Shop an. Bestellprozesse verlaufen außerhalb des Systems.
Schnittstellen-Chaos zu Lieferanten
Lieferantenbestellungen, EDI-Anbindungen und Lagerbestandsabgleiche laufen über manuelle Prozesse oder individuelle Skripte ohne Fehlermonitoring.
Typische Auswahlrisiken im Großhandel
Diese Fehler kosten im Großhandel am häufigsten Geld und Zeit.
△ Shop ohne Produktdatenfundament
B2B-Shop wird vor PIM-Einführung gelauncht. Produktdaten werden manuell aus ERP ins Shop-Backend kopiert. Pflege explodiert bei 2.000+ Artikeln. Nachträgliche PIM-Integration kostet mehr als geplante Gesamtarchitektur.
△ Preislogik kommt nicht im Shop an
Kundengruppenpreise, Staffelrabatte und Rahmenvertragspreise sind im ERP definiert, aber die Shop-Schnittstelle bildet nur Standardpreise ab. Bestellprozesse weichen auf Telefon und E-Mail aus.
△ EDI-Verbindungen einzeln gebaut
Jede Lieferantenanbindung wird individuell als direktes Skript entwickelt. Ohne iPaaS-Architektur entsteht ein Wartungschaos aus 10–30 proprietären Schnittstellen, das bei jedem Systemwechsel komplett neu gebaut werden muss.
Branchenspezifische Auswahlkriterien
ERP
- → Lagerhaltung mit Chargen, Seriennummern und Stellplatzverwaltung
- → Lieferantenmanagement und Einkaufskonditionen
- → Mehrlager- und Mehrstandortfähigkeit
- → Integrations-APIs für Shop und PIM
PIM
- → Lieferantendaten-Import und Klassifikationsstandards (ETIM, BMEcat)
- → Datenqualitäts-Workflows für Artikelanlage
- → Multichannel: Shop, Katalog, Marktplätze
- → Massenimport und Stammdatenpflege-Workflows
Shop
- → Kundenindividuelle Preise und Rabattstufen
- → Wiederbestellfunktion und Budgetverwaltung
- → ERP-Integration für Echtzeit-Bestände und Lieferzeiten
- → Responsive B2B-UX mit Schnellerfassung
iPaaS
- → EDI-Standards (EDIFACT, ANSI X12) für Lieferantenanbindung
- → Echtzeit-Bestandsabgleich zwischen ERP und Shop
- → Robuste Fehlerbehandlung für Bestellprozesse
- → Monitoring für kritische Datenflüsse
Typische Projektsituation
Anonymisiertes Szenario – Großhandel
Kontext: Technischer Großhändler, 180 Mitarbeiter, 4.200 Artikel von 85 Lieferanten.
Ausgangslage: Wollte B2B-Shop launchen, Shopware-Angebot bereits eingeholt. Im Vorprojekt entdeckt: kein PIM, Produktdaten inkonsistent in ERP, keine definierte Preisgruppenlogik für Shop-Übergabe.
Vorgehen: Architektur-Review → Datenstrategie für Lieferantendaten → PIM-Auswahlprozess parallel zu Shop-Konzept → iPaaS-Schnittstellen-Plan vor Implementierungsstart.
Ergebnis: Shopware-Projekt um 3 Monate verschoben, aber fehlerfrei gestartet. PIM mit ETIM-Import halbiert manuellen Pflegeaufwand. Kundengruppenpreise ab Tag 1 korrekt im Shop.
Ressourcen für die Systemauswahl im Großhandel
Software-Auswahlmatrix
ERP, PIM, CRM und Shop nach Kriterien bewerten – XLSX mit TCO-Vergleich und Entscheidungsvorlage.
XLSX herunterladenDigitalisierungs-Reifegradcheck
Systemlandschaft selbst einschätzen – in 5 Minuten den Reifegrad und nächste Schritte erkennen.
Reifegradcheck startenTCO-Rechner
Gesamtkosten für ERP, PIM oder Shop über 5 Jahre schätzen – Lizenz, Implementierung, Betrieb.
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