Datenmigration bei Systemwechsel: So vermeidest du den Daten-GAU

    Die Migration unterschätzen ist der teuerste Fehler bei jedem Systemwechsel. Dieser Ratgeber zeigt, wie du Daten sicher und strukturiert ins neue System bringst.

    4 Phasen einer erfolgreichen Migration

    1. Analyse: Was habt ihr eigentlich an Daten?

    Bevor du migrierst, musst du wissen, was da ist – und was davon überhaupt mitgenommen werden soll. Viele Projekte scheitern, weil sie versuchen, Datenchaos 1:1 in ein neues System zu kopieren.

    Ergebnisse
    • Datenobjekte inventarisieren (Kunden, Artikel, Lieferanten, Preise, Belege, etc.)
    • Datenqualität bewerten: Vollständigkeit, Aktualität, Duplikate, Konsistenz
    • Entscheidung: Was wird migriert, was archiviert, was bereinigt?
    • Leading System je Datenobjekt definieren (Golden Source)
    Risiken
    • Alles migrieren, weil 'man ja nie weiß'
    • Datenqualität erst im neuen System klären wollen

    2. Mapping: Altes Modell → Neues Modell

    Datenmodelle unterscheiden sich fast immer. Felder heißen anders, Strukturen sind verschachtelt, Geschäftslogik steckt in Freitextfeldern. Das Mapping ist der technisch anspruchsvollste Teil.

    Ergebnisse
    • Feld-für-Feld Mapping (Quelle → Ziel) inkl. Transformationsregeln
    • Umgang mit Daten, die im neuen Modell keinen Platz haben
    • Behandlung von Pflichtfeldern, die in der Quelle leer sind
    • Lookup-Tabellen für Code-Umschlüsselung (z.B. alte Länder-Codes → ISO)
    Risiken
    • Mapping in Excel ohne Validierung → Fehler bei der Umsetzung
    • Freitextfelder mit versteckter Geschäftslogik ignorieren

    3. Bereinigung: Qualität vor Quantität

    Migration ist DIE Chance, Datenqualität zu verbessern. Danach wird es deutlich aufwendiger. Plane bewusst eine Bereinigungsphase ein.

    Ergebnisse
    • Deduplizierung (Golden Record je Entität)
    • Pflichtfelder befüllen oder Datensätze ausschließen
    • Format-Normalisierung (Adressen, Telefonnummern, Artikelnummern)
    • Validierungsregeln definieren und automatisiert prüfen
    Risiken
    • Bereinigung dem Fachbereich ohne Tooling aufbürden
    • Zu hoher Anspruch ('alles perfekt') blockiert den Zeitplan

    4. Test & Cutover: Der Moment der Wahrheit

    Eine Migration ohne Testlauf ist russisches Roulette. Plane mindestens 2–3 Probeläufe ein – mit echten Daten, echten Validierungen und echten Anwendern.

    Ergebnisse
    • Testmigration mit Subset (z.B. 10% der Daten) + Vollmigration
    • Abnahmekriterien: Anzahl Datensätze, Feldvollständigkeit, Referenzintegrität
    • Cutover-Plan: Wann wird umgeschaltet? Wer validiert? Was ist der Rollback?
    • Delta-Migration für Daten, die sich zwischen Test und Go-Live ändern
    Risiken
    • Nur eine Testmigration und die 'passt schon'
    • Kein Rollback-Plan (was, wenn es schiefgeht?)

    Migrationsstrategien im Vergleich

    Big Bang

    Alle Daten werden zum Stichtag migriert. Schnell, aber risikoreich.

    Wann: Kleine Datenmengen, einfache Modelle, klarer Cutover möglich.

    Risiko: Kein Zurück – wenn etwas fehlt, wird es im Live-Betrieb sichtbar.

    Phasenweise

    Migration nach Entitäten, Standorten oder Geschäftsbereichen.

    Wann: Große Organisationen, unterschiedliche Datenqualität je Bereich.

    Risiko: Parallelbetrieb nötig, Referenzen zwischen migrierten und nicht-migrierten Daten.

    Koexistenz / Dual-Write

    Beide Systeme laufen parallel, Daten werden synchronisiert.

    Wann: Schrittweise Ablösung, kritische Legacy-Systeme, die nicht sofort abgeschaltet werden können.

    Risiko: Hohe Komplexität, Konflikte bei bidirektionaler Synchronisation.

    Häufige Fragen

    Datenmigration richtig planen

    Ich unterstütze bei Migrationsplanung, Datenanalyse, Bereinigungsstrategie und Cutover – damit der Systemwechsel keine Datenkatastrophe wird.

    Erstberatung anfragen