TCO-Analyse: Was Software wirklich kostet

    Lizenzkosten sind nur der Anfang. Dieser Ratgeber zeigt alle Kostenblöcke einer Software-Einführung – und warum die günstigste Lösung auf dem Papier oft die teuerste wird.

    Die 4 Kostenblöcke einer Software-Einführung

    Lizenz- / Abo-Kosten

    Die sichtbarsten Kosten – aber oft nur die Spitze des Eisbergs. Vorsicht bei 'pro User'-Modellen, die mit dem Wachstum explodieren.

    • Lizenzmodell verstehen: Named User vs. Concurrent User vs. Flat Fee
    • Modulkosten: Was ist im Basis-Paket, was kostet extra?
    • Preisstufen: Ab welcher Userzahl springt der Preis?
    • Vertragliche Preiserhöhungen (Eskalationsklauseln)?

    Kostenfalle: Einstiegspreise sehen günstig aus, aber mit 50 statt 20 Usern und 3 Zusatzmodulen verdoppeln sich die Kosten schnell.

    Implementierungskosten

    Das Customizing, die Konfiguration, die Datenmigration, das Testing – hier liegt oft 60–80% der Gesamtkosten im ersten Jahr.

    • Beratertage für Konfiguration und Customizing
    • Datenmigration (Analyse, Mapping, Bereinigung, Test, Cutover)
    • Integrationen (APIs, Middleware, Konnektoren)
    • Schulung und Change Management
    • Projektmanagement (intern + extern)

    Kostenfalle: Anbieter nennen optimistische Ranges ('80–120 Beratertage'). In der Praxis werden es fast immer mehr – vor allem wenn Scope-Änderungen dazu kommen.

    Laufende Betriebskosten

    Die oft übersehenen Kosten: Hosting, Support, Wartung, interne Admin-Aufwände und kontinuierliche Weiterentwicklung.

    • Hosting / Cloud-Infrastruktur (bei Self-Hosting: Server, Backup, Monitoring)
    • Support-Vertrag und SLAs
    • Interne IT-Ressourcen für Administration und 2nd-Level-Support
    • Updates und Upgrades (Aufwand für Testing und Nachkonfiguration)
    • Schulung neuer Mitarbeitender (laufend)

    Kostenfalle: Cloud-Lösungen wirken 'alles inklusive', aber API-Limits, Storage-Grenzen und Premium-Support sind häufig kostenpflichtige Add-ons.

    Versteckte & indirekte Kosten

    Die Kosten, die in keinem Angebot stehen – aber eure Kalkulation sprengen können.

    • Produktivitätsverlust während der Einführung (Learning Curve)
    • Opportunity Costs: Was kann das Team nicht tun, während es im Projekt steckt?
    • Workarounds und manuelle Prozesse bei Feature-Lücken
    • Exit-Kosten bei Systemwechsel (Datenmigration, Re-Integration, Schulung)
    • Kosten für Nicht-Migration: Was kostet es, das Altsystem weiter zu betreiben?

    Kostenfalle: Indirekte Kosten werden systematisch unterschätzt, weil sie nicht auf einer Rechnung stehen.

    5-Jahres-TCO Framework

    So verteilen sich die Kosten typischerweise über den Lebenszyklus einer Software-Lösung.

    PhaseAnteil an 5-Jahres-TCOZusammensetzung
    Jahr 0 (Auswahl + Implementierung)40–60% der 5-Jahres-TCOLizenz/Setup + Implementierung + Migration + Schulung + Change
    Jahr 1–2 (Stabilisierung)15–25% der 5-Jahres-TCOLaufende Lizenzen + Support + Nachbesserungen + Schulungen
    Jahr 3–5 (Betrieb + Evolution)25–40% der 5-Jahres-TCOLaufende Lizenzen + Erweiterungen + Upgrades + interne Admin

    Häufige Fragen

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