Workflow Automatisierung Kosten: Make Free vs Pro, n8n Self-Hosted vs Cloud & Zapier-Preisfalle

    Bei iPaaS Workflow Automatisierung sind Kosten selten Planpreis mal Monate. Entscheidend sind Operations Tasks, Schrittanzahl, Fehlerfälle und vor allem Betrieb (Monitoring, Reprocessing, Owner-Zeit). Dieser Ratgeber erklärt die Kostenlogik und liefert ein TCO-Framework ohne Vendor-Pitch.

    Einordnung: Was bezahlt ihr bei Workflow-Automatisierung eigentlich?

    Systemklasse: iPaaS / Workflow Automation

    Tools wie Make, n8n und Zapier verbinden Systeme, transformieren Daten und orchestrieren Prozesse. Der Wert entsteht, wenn Automatisierung im Alltag stabil läuft – nicht nur in der Demo.

    Deshalb ist „Kosten“ immer auch Run-Kosten: Wer übernimmt Ownership? Wie wird reprocessed? Was passiert bei Rate Limits, Duplikaten, Fehlerdaten?

    Einstieg: iPaaS & Automatisierung Hub

    Kurzregel für Kostenprognosen

    • Kosten ~ Volumen × Steps × Fehlerquote (vereinfacht)
    • Steps reduzieren (Filter, Batching, Delta) ist oft der schnellste Hebel.
    • Betrieb automatisieren (Alerts/Reprocessing/Runbooks) senkt Hidden Costs.

    Die 3 Kostentreiber (die in Angeboten oft untergehen)

    Kostenhebel 1: Preismodell (Tasks/Operations/Executions)

    • SaaS-Automation wird meist nach „Runs/Tasks/Operations“ bepreist – nicht nach Nutzerzahl.
    • Ein Workflow mit vielen Schritten skaliert Kosten schneller als ein einzelner Trigger/Action Flow.
    • API-Limits (Rate Limits) erzeugen Retries – das kann Kosten indirekt erhöhen.

    Kostenhebel 2: Integrationskomplexität (und Fehlerfälle)

    • Der TCO-Treiber ist oft nicht Lizenz, sondern Betrieb: Monitoring, Fehlerhandling, Reprocessing.
    • Wenn ihr Fehler manuell nacharbeitet, zahlt ihr „Hidden Costs“ in Support-Zeit.
    • Idempotenz (Upsert statt Create) reduziert Dubletten und Rework.

    Kostenhebel 3: Datenvolumen & Frequenz

    • 10.000 Datensätze einmal pro Woche ist anders als 500 Datensätze pro Stunde.
    • Batching/Delta-Updates senken Runs, verringern Fehler und sparen Zeit.
    • SLA/SLO-Anspruch entscheidet, wie viel Betrieb wirklich nötig ist.

    Kosten-Orientierung: Make vs n8n Self-Hosted vs Zapier (Mini-Matrix)

    Keine Preislisten, sondern Kostenlogik. Pläne ändern sich – das Muster bleibt.

    KriteriumMake (SaaS)n8n Self-HostedZapier
    Time-to-Valuesehr gutgut (Setup nötig)sehr gut
    Kosten bei hohem Volumenmittel (Ops-basiert)gut (abhängig von Betrieb)kritisch (Task-basiert)
    Datenhoheit/On-Premeingeschränktsehr guteingeschränkt
    Betriebsaufwandniedrig–mittelmittel–hochniedrig
    Governance/Skalierungmittelgut (mit Ops)mittel

    Wenn du den Vendor-Vergleich brauchst: Make vs n8n · Power Automate vs Make

    Make Free vs Pro / n8n Self-Hosted vs Cloud / Zapier: wie du es sinnvoll entscheidest

    Make: gut bei schneller Time-to-Value

    • Stark, wenn ihr schnell produktiv werden wollt, ohne eigenes Ops-Team.
    • Kosten steigen mit Operations – besonders bei großen Szenarien mit vielen Steps.
    • Sinnvoll, wenn ihr Workflows schlank haltet (wenige Steps, saubere Filter, Batching).

    n8n Self-Hosted: gut bei Datenhoheit & planbarer Skalierung

    • Self-hosting: Lizenz/Plan ist nur ein Teil – Betrieb (Server, Updates, Backups, Monitoring) kommt dazu.
    • Skaliert oft besser bei vielen Runs, wenn ihr Ops/Betrieb sauber aufsetzt.
    • Wichtig: Queue/DB/Backups und ein klares Betriebsmodell.

    Zapier: gut für sehr einfache Use Cases – aber Achtung Kostenfallen

    • Zapier ist häufig extrem schnell für Standard-Zaps, besonders im Marketing/RevOps Umfeld.
    • Kosten können stark steigen, wenn ihr mehrstufige Flows, hohe Task-Zahlen oder komplexe Filter braucht.
    • Preismodell zwingt oft zu Upgrades, sobald Volumen wächst oder Premium-Apps nötig sind.

    Zapier-Preisfalle: wo Kosten im Alltag explodieren

    Preisfalle 1: Tasks explodieren bei mehrstufigen Zaps

    Ein Zap mit 8 Schritten ist selten „nur“ 1 Task pro Trigger. Je nach Modell zählen einzelne Actions/Steps separat – und Retries/Fehlerpfade erhöhen die Anzahl weiter.

    Preisfalle 2: Filter/Paths/Formatter als Multiplikator

    Sobald ihr verzweigt (Paths), filtert oder Daten transformiert, steigt Komplexität und damit häufig der Task-Verbrauch. Viele Unternehmen unterschätzen, dass „nice-to-have“ Logik plötzlich teuer wird.

    Preisfalle 3: Premium-Apps + Governance

    Manche Integrationen erfordern höhere Pläne oder Premium-Apps. Dazu kommen Governance-Themen (wer darf was bauen?), was oft zusätzliche Controls/Pläne nach sich zieht.

    Pragmatischer Gegencheck: Schätze pro Use Case (1) Trigger/Monat, (2) Steps pro Run, (3) erwartete Fehlerquote/Retry. Dann prüfe, wie schnell du in den nächsten Plan rutschst.

    TCO rechnen (3 Jahre): Ein einfaches Modell, das in der Praxis funktioniert

    Ich nutze für KMU oft ein 3-Jahres-Modell, weil es Wachstum und Betriebsrealität abbildet.

    TCO-Baustein A: Lizenz / Subscription

    • Monatlicher Plan (Operations/Tasks/Seats – je nach Tool)
    • Add-ons (Premium Apps, SSO, Audit Logs, höhere Limits)
    • Umgebung(en): Prod + Staging (falls separat bepreist)

    TCO-Baustein B: Betrieb (Run)

    • Monitoring/Alerting, Reprocessing, Incident-Prozess (Runbooks)
    • Admin/Owner Zeit pro Woche (Änderungen, Fehler, Releases)
    • Security/Compliance (z.B. Secrets Management, Logging, Audit)

    TCO-Baustein C: Implementierung & Weiterentwicklung

    • Initiale Workflows + Datenmapping + Tests
    • Änderungen in Quellsystemen (API-Versionen, Felder, neue Prozesse)
    • Skalierung: neue Teams/Standorte/Channels

    Praxisbeispiel & Kostensenker (ohne Toolwechsel)

    Beispiel: ERP ↔ PIM ↔ Shop Sync (typischer Mittelstand)

    • Trigger: Artikel/Preis/Bestand Änderungen (Delta) → PIM/Shop
    • Risiken: Dubletten, Teillieferungen, Rate Limits, Fehlerdaten
    • Kostentreiber: Anzahl Steps pro Lauf + Reprocessing + Supportzeit
    Use Case: ERP–PIM Integration

    Kosten senken ohne Toolwechsel

    • Delta-Updates statt Full Sync (reduziert Runs & Fehler)
    • Batching (100 Datensätze pro Lauf statt 100 Läufe)
    • Idempotent designen (Upsert) → weniger Dubletten/Manueller Fix
    • Fehlerpfade: Dead-letter/Retry mit Limits + Alerting
    iPaaS/Automatisierung Beratung

    Häufige Fragen

    Erstberatung: Kosten-Check für eure Automatisierung (vendor-neutral)

    Ich helfe systemunabhängig, eure Workflows so zu gestalten, dass Kosten planbar bleiben: Delta/Batching, Idempotenz, Fehlerpfade, Monitoring/Reprocessing und ein realistisches TCO-Modell. Ergebnis: weniger Plan-Upgrades „aus Versehen“ und weniger Support-Aufwand.