Passende Vertiefungen
Systemauswahl Methodik
Framework vom Zielbild bis PoC/TCO.
Zum Framework →MDM vs PIM
Abgrenzung, wann du was brauchst.
Zur Abgrenzung →iPaaS & Automatisierung
Warum Betrieb der Hebel ist (Monitoring/Reprocessing).
Zum iPaaS Hub →Infografik (Text): Referenz-Architektur der Systemlandschaft
Die Grafik ist bewusst "lesbar" ohne Bild. Du kannst sie intern als Startpunkt für Workshops nutzen.
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│ MDM │
│ Golden Record & Governance │
│ Kunde/Lieferant/Referenzen │
└───────────────┬───────────────┘
│ (Golden IDs, Regeln)
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│ │
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│ ERP │ │ CRM │
│ Transaktionen │ │ Revenue/Service │
│ Preise/Bestand │ │ Leads/Deals │
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│ (Artikel-IDs, Basisdaten) │ (Kundenkontakt)
│ │
│ │
┌───────┴───────────────────────────────────────────┴────────┐
│ iPaaS │
│ Integration + Betrieb: Trigger, Mapping, Validierung, Monitoring, │
│ Error Store, Reprocessing, Alerts, Runbooks │
└───────────────┬───────────────────────────────┬──────────────────────┘
│ │
│ │
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│ PIM │ │ DAM │
│ Produktcontent │ │ Assets/Medien │
│ Varianten/Channels │ │ Rechte/Renditions │
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│ (Content publish) │ (Assets liefern)
│ │
└───────────────┬───────────────┘
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│ Shop / │
│ Marktplätze / │
│ Channels │
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Golden Rule: Datenhoheit pro Feld (1 write source), sonst überschreiben Systeme sich.
Lesart: MDM setzt Governance und Golden IDs. ERP steuert transaktionale Wahrheit (z.B. Bestand/Preis), PIM steuert Produktcontent und Channel-Regeln, DAM steuert Assets. iPaaS verbindet – und sorgt dafür, dass Fehler nicht manuell werden.
Systemklassen erklärt: Aufgaben, Datenhoheit, typische Schnittstellen
ERP
Kernprozesse & Transaktionen
Typische Hoheit
- Aufträge, Rechnungen, Bestände, Preise/Konditionen (häufig)
- Lieferantenprozesse, Finance, ggf. Produktion
CRM
Revenue-Prozess & Kundeninteraktion
Typische Hoheit
- Leads, Opportunities, Aktivitäten, Accounts/Kontakte (häufig)
- Service/Tickets je nach Setup
PIM
Produktcontent kanal-fähig machen
Typische Hoheit
- Produktattribute, Variantenlogik, Texte, Übersetzungen, Channel-Regeln
- Publikation in Shop/Marktplätze
MDM
Golden Record & Governance über Domänen
Typische Hoheit
- Kunde/Lieferant/Materialstamm (je nach Domäne)
- Dublettenlogik, Governance, Audit
DAM
Medien/Assets zentral steuern
Typische Hoheit
- Bilder, Videos, Dokumente, Rechte, Renditions
- Asset-Lifecycle & Freigaben
iPaaS
Integration + Betrieb (Monitoring/Reprocessing)
Typische Hoheit
- Orchestrierung von Datenflüssen & Workflows
- Fehlerhandling, Alerts, Runbooks
Datenflüsse & Ownership: die echten Hebel
Typische Datenflüsse (vereinfachtes Referenzmodell)
- MDM → ERP/CRM: Golden Record für Kunden/Lieferanten (je nach Domäne)
- ERP → PIM: Artikelstamm/IDs, Basisattribute (z.B. SKU), ggf. Preis-/Logistik-Referenzen
- PIM → Shop/Marktplätze: Produktcontent, Varianten, Channel-Regeln
- DAM → PIM/Shop: Assets (Bilder/Videos) + Metadaten + Renditions
- CRM ↔ ERP: Kunde/Angebot/Auftrag (je nach Prozessdesign), Status/Finanzdaten read-only im CRM
- iPaaS verbindet und betreibt: Trigger, Transformation, Validierung, Fehlerpfade, Reprocessing
Warum ‘Datenhoheit pro Feld’ entscheidend ist
- Ohne Ownership überschreiben Systeme sich gegenseitig (Dubletten/Inkonsistenzen).
- Golden Rule: Pro Feld eine führende Quelle (write), alle anderen read oder mit kontrollierten Write-backs.
- Betriebssicht gehört dazu: Was passiert bei Fehlern? Wer reagiert? Wie wird nachverarbeitet?
Anti-Patterns: Warum Systemlandschaften "kippen"
Anti-Pattern 1: ERP als PIM-Ersatz
ERP kann Artikelstämme verwalten, aber Produktcontent und Channel-Logik (Texte, Übersetzungen, Varianten, Medien) werden schnell unbeherrschbar. Ergebnis: Excel-Schleifen und inkonsistente Ausspielung.
Anti-Pattern 2: ‘All-in-one’ ohne Governance
Suite-Ansätze können funktionieren – aber nur mit klarer Governance. Ohne Datenregeln, Rollen und Verantwortlichkeiten entsteht ein Tool-Monolith mit Schattenprozessen.
Anti-Pattern 3: Integrationen ohne Betrieb
Schnittstelle gebaut, fertig. Dann kommt der Alltag: Timeouts, Rate Limits, Fehlerdaten, Duplikate. Ohne Monitoring, Error Store und Runbooks wird Automatisierung zur manuellen Feuerwehr.
Anti-Pattern 4: Bidirektionalität als Standard
Bidirektionale Syncs erhöhen Konflikte und Komplexität. Besser: klare Datenhoheit, definierte Write-back-Punkte und Idempotenz (Upsert).
Playbook: Systemlandschaft im Unternehmen optimieren (praktisch)
Wenn du heute starten willst, ist das ein bewährter Ablauf. Er ist bewusst systemunabhängig und funktioniert über Systemklassen hinweg.
1) Systemlandkarte & Datenobjekte
- Welche Systeme? Welche Domänen? (Kunde, Artikel, Preis, Asset, Auftrag)
- Wo entstehen Daten? Wo werden sie gepflegt? Wo konsumiert?
- Welche Integrationen sind geschäftskritisch?
2) Ownership pro Feld (Golden Source)
- Führendes System pro Feld definieren (write), alle anderen read-only oder kontrolliertes write-back
- Dublettenstrategie: Match/Merge (MDM) oder Schlüsselstrategie (z.B. SKU/Customer-ID)
- Validierungen: Pflichtfelder, Wertebereiche, Formate
3) Integrationsdesign (iPaaS-first)
- Delta-Updates statt Full Sync (Volumen & Fehler reduzieren)
- Idempotenz: Upsert/Lookup, keine Dubletten durch Retries
- Error Store + Reprocessing + Alerts mit Runbooks
4) MVP + Roadmap
- MVP: erste stabile Wertkette (z.B. Artikel→Content→Shop + Bestand/Preis)
- Danach skalieren: weitere Channels, Sprachen, Preislisten, Regionen
- Betrieb: KPIs für Integrationen (Erfolgsrate, Durchlaufzeit, Backlog)
Erstberatung: Systemlandschaft analysieren & optimieren (vendor-neutral)
Ich helfe systemunabhängig, eure Systemklassen sauber zu trennen, Datenhoheit festzulegen und Integrationen betriebssicher zu gestalten (Monitoring, Reprocessing, Runbooks). Ergebnis: weniger Doppelpflege, weniger Incidents, bessere Datenqualität und eine klare Roadmap.
Tipp: Bring Systemliste, 3 kritische Datenobjekte (Kunde/Artikel/Preis), Integrationspunkte und typische Fehlerfälle mit.