n8n Einführung im Unternehmen: Self-Hosting vs Cloud, Hetzner-Setup & DSGVO-Perspektive

    n8n wird in Unternehmen häufig als Workflow-Automatisierung / iPaaS genutzt: Systeme verbinden, Daten transformieren, Prozesse orchestrieren. Die wichtigste Entscheidung ist nicht „Feature X“, sondern Hosting & Betrieb: self-hosted (z.B. Hetzner) für Datenhoheit und Kontrolle - oder Cloud für schnellen Start.

    Einordnung: n8n als Systemklasse (iPaaS / Workflow Automation)

    n8n ist Workflow-Automatisierung / leichtgewichtiges iPaaS

    • Verbindet Systeme über APIs, Webhooks, Datenbanken, Dateien und Events.
    • Orchestriert Workflows: Trigger - Transformation - Zielsystem(e).
    • Wichtig für produktive Nutzung: Monitoring, Reprocessing, Idempotenz und klare Ownership.

    Warum Unternehmen n8n oft evaluieren

    • Datenhoheit: self-hosting möglich (eigene Infrastruktur, private Netze).
    • Flexibilität: Custom Nodes, eigene APIs, besondere Netzwerkwege.
    • Skalierung: bei vielen Ausführungen kann das Modell attraktiver sein als reine Task-basierte SaaS-Preise.

    Kurzfazit: Wenn APIs vorhanden sind, ist iPaaS der robuste Weg. Die Frage ist dann: möchtest du die Plattform selbst betreiben (mehr Kontrolle, mehr Verantwortung) oder managed nutzen (schneller, weniger Ops)?

    Self-Hosting vs Cloud: Entscheidungshilfe für Unternehmen

    Die Wahl hängt weniger von „Feature-Liste“ ab, sondern von Security/Netzwerk, Volumen und eurer Betriebsfähigkeit.

    Kriteriumn8n Self-Hostedn8n Cloud
    Time-to-Valuemittel (Setup nötig)hoch
    Datenhoheit/Netzwerksehr hochmittel
    Betriebsaufwandmittel-hochniedrig-mittel
    Security-Verantwortungbei dirgeteilt/mehr beim Anbieter
    Skalierung bei Volumengut (infra+ops)abhängig vom Plan
    Best Fitkritische Integrationen, Private Netzeschnell starten, wenig Ops

    Self-Hosting (z.B. Hetzner VPS) passt, wenn …

    • du Datenpfade kontrollieren musst (z.B. interne APIs/DBs, private Netze, On-Prem)
    • du Governance/Security selbst gestalten willst (Firewall, Secrets, Zugriffe)
    • Automatisierung produktionskritisch ist und du Betrieb ernst nimmst (SLA, Monitoring)
    • du (oder ein Partner) Ops-Kapazität für Updates/Backups hast

    Cloud (Managed) passt, wenn …

    • du schnell starten willst und möglichst wenig Infrastruktur betreiben möchtest
    • ihr keine Ressourcen für Patching/Backups/Monitoring habt
    • Use Cases primär SaaS-to-SaaS sind (wenig private Netzwerke)
    • du planbare Betriebsverantwortung lieber auslagerst

    Praxis-Tipp: Viele Unternehmen starten Cloud für Quick Wins und migrieren ausgewählte, produktionskritische Flows später in ein kontrolliertes Self-Hosted Setup - oder umgekehrt.

    DSGVO-Perspektive: Welche Vorteile Self-Hosting realistisch bringt

    DSGVO ist selten ein „Tool-Problem“, sondern ein Prozess- und Governance-Thema.

    DSGVO-Vorteile: worum es realistisch geht

    • Transparenz der Datenflüsse: Welche Daten gehen wohin? (Mapping/Logs)
    • Datenminimierung: nur Felder übertragen, die nötig sind (Filter/Transform)
    • Zugriffskontrolle: Wer kann Credentials/Workflows sehen und ändern?
    • Datenresidenz/Hosting: Self-hosting kann Anforderungen an Datenstandort/Netzwerk vereinfachen - ersetzt aber keine Governance.

    Was Self-Hosting nicht automatisch löst

    • Rechtsgrundlagen/AVV, Aufbewahrungsfristen, Löschkonzepte sind weiterhin notwendig
    • Security ist deine Verantwortung: Patchen, Secrets, Audit, Incident Response
    • Protokollierung kann selbst zum Datenschutzthema werden (Logs enthalten ggf. personenbezogene Daten)

    Wichtiger Hinweis: Logs sind praktisch - aber potenziell personenbezogen. Definiere, welche Daten geloggt werden dürfen, wie lange, und wer Zugriff hat.

    Hetzner-Setup (Überblick): so sieht ein sauberes n8n Self-Hosted Setup aus

    Wenn Self-Hosting für euch passt, sollte das Setup von Anfang an produktionsnah sein: HTTPS, Postgres, Persistenz, Backups, Monitoring und Updates.

    Architektur-Blueprint (pragmatisch)

    • VPS (Ubuntu LTS) + Docker Compose
    • Reverse Proxy (z.B. Traefik) + HTTPS (Let's Encrypt)
    • Postgres statt SQLite (robuster im Wachstum)
    • Persistente Volumes + Backups (offsite) + Restore-Test

    Betrieb (Run): Minimum-Standard

    • Monitoring (Uptime + Ressourcen) und Alerts
    • Reprocessing: Fehlerdaten speichern + gezielte Retries
    • Release-Management: Updates geplant, nicht „wenn es brennt“
    • Runbooks + Ownership: wer reagiert auf Fehler?

    Typischer Fehler: „Erst mal schnell aufsetzen“ ohne Backups/Updates/Monitoring. Das funktioniert bis zur ersten Störung.

    n8n Einführung im Unternehmen: Phasenmodell (Quick Wins ohne Chaos)

    Das Ziel ist nicht „möglichst viele Workflows“, sondern stabile Automatisierung mit Ownership, Standards und messbarem Nutzen.

    Phase 1: Use Cases & Shortlist (1-2 Wochen)

    • Top-10 Automationen sammeln (Business Value, Volumen, Systeme, Risiken)
    • API-Verfügbarkeit klären (wo ist iPaaS perfekt, wo braucht es Workarounds?)
    • Entscheidung Self-hosted vs Cloud mit Security/IT (Constraints, Netz, AVV)
    • Erfolgskriterien definieren (z.B. Durchsatz, Fehlerquote, Bearbeitungszeit, Ownership)

    Phase 2: Pilot (2-6 Wochen)

    • 2-3 Workflows produktionsnah bauen (inkl. Fehlerpfade, Logging, Alerting)
    • Datenqualität prüfen (Pflichtfelder, Mapping, Dublettenlogik)
    • Governance light: Naming, Owners, Review-Prozess, Secrets Policy
    • Abnahme über KPI (nicht „läuft bei mir“)

    Phase 3: Skalierung (laufend)

    • Standards: Templates, Node-Konventionen, Error-Handling Patterns
    • Portfolio-Steuerung: was wird gebaut, was wird abgeschaltet?
    • Betrieb industrialisieren: Monitoring, Runbooks, On-Call (wenn nötig)
    • TCO-Tracking: Steps/Runs, Incidents, Wartungszeit

    Cross-Linking Hinweis: Wenn n8n bei euch vor allem ERP/PIM/Shop verbindet: ERP-PIM Integration Use Case zeigt, welche Patterns ihr früh einbauen solltet.

    Häufige Fragen

    Erstberatung: n8n Einführung & Hosting-Entscheidung (vendor-neutral)

    Ich unterstütze systemunabhängig bei: Use-Case-Backlog, Hosting-Entscheidung (Self-Hosted vs Cloud), Betriebsdesign (Monitoring/Reprocessing/Runbooks), DSGVO-nahe Governance (Zugriffe/Logs), und einem Pilot, der wirklich produktionsfähig ist.