Einordnung: Was du bei n8n und Zapier wirklich vergleichst
n8n (Open Source / self-hosted oder cloud)
- Stark, wenn du Kontrolle willst: Hosting, Daten, Netzwerke, Custom Nodes.
- TCO hängt von Betrieb ab (Updates, Backups, Monitoring, Incident-Prozess).
- Gut, wenn Automatisierung ein Kernbaustein eurer Systemlandschaft ist.
Zapier (SaaS)
- Sehr schnell für Standard-Automationen (Marketing/RevOps/Office).
- Wenig Ops-Aufwand, aber Kosten können mit Tasks/Steps stark skalieren.
- Gut, wenn du keine Infrastruktur betreiben willst und Use Cases simpel bleiben.
Wenn du auch Make im Vergleich brauchst: Make vs n8n . Power Automate vs Make
Wann n8n, wann Zapier? (Kurz-Check)
n8n passt besonders, wenn ...
- Datenhoheit/Hosting (Self-Hosted, Private Network, On-Prem) ist wichtig
- Viele Runs/hohes Volumen / SaaS-Taskpreise werden kritisch
- Du brauchst Custom Integrationen/Nodes oder spezielle Netzwerkwege
- Automatisierung ist produktionskritisch (Monitoring/Reprocessing/Runbooks) und ihr wollt Kontrolle
- Du hast (oder baust) Ops-Kapazität für Updates/Backups
Zapier passt besonders, wenn ...
- Sehr schnelle Automationen mit Standard-Apps (Gmail, Slack, HubSpot, Sheets, etc.)
- Kleine bis mittlere Volumina und wenige Steps pro Workflow
- Kein internes Team für Betrieb/Hosting/Updates
- Use Cases sind eher "Office/RevOps" als komplexe Datenorchestrierung
- Du akzeptierst SaaS-Constraints (Netzwerk, Datenpfade, Limits) zugunsten Speed
Bewertungsmatrix: n8n vs Zapier (qualitativ)
Diese Matrix bewertet nicht "Features", sondern das, was später Zeit und Geld kostet.
| Kriterium | n8n (Open Source) | Zapier (SaaS) |
|---|---|---|
| Time-to-Value | gut (Setup nötig) | sehr gut |
| Kosten bei hohem Volumen | gut (infra + ops) | kritisch (Tasks/Steps) |
| Flexibilität/Custom | hoch (Custom Nodes, Netz) | mittel |
| Betriebsaufwand | mittel-hoch | niedrig |
| Datenhoheit/Netzwerk | sehr gut (self-hosted) | eingeschränkt |
| Governance im Team | gut (bei Standards) | mittel (Shadow-Zaps möglich) |
Vertiefung Kosten: Workflow Automatisierung Kosten . n8n Setup: Self-Hosting Anleitung
Kosten: Open Source vs SaaS (TCO statt Plan-Preise)
Kostenlogik: wo die Rechnung kippt
- Zapier: Kosten skalieren stark mit Tasks/Steps (und damit indirekt mit Komplexität).
- n8n self-hosted: Kosten skalieren eher mit Infrastruktur + Betrieb (Owner-Zeit).
- Bei Wachstum sind Hidden Costs entscheidend: Supportzeit, manuelle Nacharbeit, Incident-Aufwand.
TCO-Bausteine (3 Jahre) - gute Praxis
- Subscription/Lizenz (SaaS oder Cloud/Enterprise Plan)
- Implementierung (Workflows, Tests, Datenmapping, Governance)
- Run (Monitoring, Reprocessing, Updates, Backups, Incident-Prozess)
- Weiterentwicklung (API-Changes, neue Systeme/Teams/Use Cases)
Faustregel: Wenn Volumen und Komplexität steigen, gewinnt oft das Modell, das den Betrieb beherrschbar macht (Monitoring/Reprocessing/Idempotenz) - nicht das Modell mit dem niedrigsten Einstiegspreis.
Flexibilität, Security & Governance
Flexibilität
- n8n: mehr Kontrolle über Auth/Netzwerk/Nodes, einfacher in private Netze zu integrieren.
- Zapier: sehr schnell, aber stärker durch Plattform/Connector-Logik begrenzt.
- Entscheidend ist nicht "kann alles", sondern: passt es zu euren Top-Use-Cases?
Security & Governance
- SaaS reduziert Ops, aber du gibst Datenpfade/Residency stärker aus der Hand.
- Self-hosting erhöht Verantwortung: Patchen, Secrets, Zugriffskontrollen, Audit.
- Für produktive Automatisierung brauchst du Ownership: wer verantwortet Flows, Incidents, Changes?
Betrieb (Run): der Unterschied zwischen "läuft" und "läuft stabil"
Betrieb ist der unterschätzte Differenzierer
- Monitoring: Was ist "down"? Wie schnell muss reagiert werden?
- Reprocessing: Fehlerdaten speichern, Retries steuern, Dead-letter Pattern
- Idempotenz: Upserts statt Creates - weniger Dubletten und Support
- Runbooks: klare Zuständigkeiten (nicht "der Praktikant hat's gebaut")
Warum das für n8n und Zapier gleichermaßen gilt
Auch bei SaaS musst du Betrieb denken - nur anders: Limits, Retries, Versionswechsel in Apps, Governance im Team. Bei self-hosted kommt Infrastruktur hinzu. In beiden Fällen ist Ownership der Game-Changer.
Abgrenzung zu RPA: iPaaS vs RPA
Use Cases: typische Muster (wo welches Tool eher gewinnt)
Use Case 1: Lead-to-CRM Benachrichtigungen (Zapier typisch)
- Trigger: Formular/Lead - Slack/Email - CRM Update
- Wenige Schritte, Standard-Apps, geringer Betrieb
- Wichtig: klare Dublettenlogik im CRM (Sonst "Noise")
Use Case 2: ERP-PIM-Shop Sync (n8n/iPaaS typisch)
- Orchestriert Workflows: Trigger - Transformation - Zielsystem(e).
- Fehlerpfade + Reprocessing als Muss (produktive Datenflüsse)
- Skalierung über Batching/Queues statt einzelne UI-Aktionen
Use Case 3: Hybrid-Setup (Zapier als Edge, n8n als Core)
- Zapier für schnelle Team-Automationen (Edge)
- n8n für produktionskritische Integrationen (Core)
- Wichtig: klare Grenzen + Governance (sonst Doppel-Logik)
Praxis-Tipps: so bleiben Kosten und Komplexität im Griff
So vermeidest du Kosten- und Chaos-Effekte (beide Seiten)
- Step-Design: Filter früh, Daten später transformieren (verhindert unnötige Runs/Tasks).
- Delta/Batching statt Full Sync: reduziert Volumen und Fehlerhäufigkeit.
- Namenskonventionen + Owners: jeder Workflow hat Owner, Zweck, SLA.
- Fehlerdaten persistent halten: damit Reprocessing kein Copy/Paste wird.
Ein einfacher Entscheidungstest
- Wenn ihr 80% eurer Fälle mit Standard-Apps und <5 Steps abdeckt - Zapier ist oft ok.
- Wenn ihr produktionskritische Integrationen habt, Private Network braucht oder Volumen steigt - n8n (oder anderes iPaaS) prüfen.
- Wenn euch Betrieb fehlt, aber ihr Kontrolle wollt - n8n Cloud oder Managed Hosting als Zwischenweg.
Häufige Fragen
Erstberatung: n8n vs Zapier bewerten (vendor-neutral)
Ich helfe systemunabhängig bei Auswahl und Betriebsdesign: Use Cases, Volumen, Step-Design, Governance, Monitoring/Reprocessing und eine realistische TCO-Sicht. Ziel: schnelle Automatisierung, ohne später in Task-/Wartungsfallen zu laufen.