Software Ausschreibung Vorlage (RFP): Template + Anleitung für vergleichbare Angebote

    Ein gutes RFP reduziert Risiko. Es macht Anbieter-Demos vergleichbar, zwingt zu klaren Antworten zu Use Cases, Datenhoheit, Integrationen, NFRs und TCO. Dieser Ratgeber erklärt die Struktur – und liefert ein RFP-Template als Lead-Magnet zum Download.

    Lead-Magnet
    RFP / Ausschreibung
    Bewertungsmatrix
    TCO & Run
    Vendor-neutral

    Download: Software Ausschreibung Vorlage (RFP-Template)

    Direkt nutzbar für Mittelstand/SME. Passe Scope, Systemklasse und Use Cases an – dann kannst du Anbieter konsistent bewerten.

    RFP-Template (Excel) – Software Ausschreibung Vorlage

    Struktur für Scope, Use Cases, Anforderungen, NFRs, Integrationen, Fragenkatalog, Scoring und TCO.

    Format: .xlsx · empfohlen für Vergleichbarkeit

    Hinweis: Wenn du den Download "gaten" willst (E-Mail), ersetze den direkten Link durch ein Formular/CRM-Flow.

    Optional: RFP-Template (Word) – Textversion

    Wenn du formaler ausschreiben musst (Vergabe/Compliance): Textstruktur + Kapitel-Template.

    Format: .docx · optional

    Hinweis: Wenn du den Download "gaten" willst (E-Mail), ersetze den direkten Link durch ein Formular/CRM-Flow.

    Warum eine Ausschreibung hilft (und wann nicht)

    Warum ein RFP (Ausschreibung) im Mittelstand sinnvoll sein kann

    • Vergleichbarkeit: Anbieter beantworten die gleichen Use Cases und Kriterien
    • Risikoreduktion: kritische Punkte (Integration, Rechte, Datenmodell) werden früh sichtbar
    • Zeitersparnis: weniger ‘Showcases’, mehr strukturierte Antworten
    • Bessere Angebote: klare Abnahmekriterien und Scope reduzieren Change-Request-Spiralen

    Wann ein RFP übertrieben ist

    • Wenn Scope sehr klein ist (z.B. 1–2 Workflows) und ihr schnell iterieren wollt
    • Wenn ihr ohnehin nur 1 realistische Option habt (z.B. Konzernstandard)
    • Wenn ihr nicht bereit seid, Antworten sauber zu bewerten (dann wird es Theater)

    Aufbau einer guten Software-Ausschreibung (RFP) – Kapitel für Kapitel

    Die Vorlage folgt einer Logik: erst Kontext und Scope, dann Use Cases und Risiken, dann Bewertung und Vertrags-/TCO-Themen. So bleibt das RFP für Anbieter klar – und für euch vergleichbar.

    1) Kontext & Zielbild

    • Problem-Statement (1 Seite): Symptome, Impact, Zielgrößen
    • Zielbild als Capabilities (nicht Feature-Liste)
    • MVP-Scope + Roadmap v2/v3

    2) Systemklasse & Abgrenzung

    • Welche Systemklasse sucht ihr? (ERP, PIM, CRM, MDM, iPaaS …)
    • Was ist bewusst out of scope? (z.B. BI, DWH, DMS)
    • Integrationslandkarte (Ist/Soll)

    3) Use Cases (Kernteil)

    • 10–25 priorisierte Use Cases (Impact × Häufigkeit × Risiko)
    • Akzeptanzkriterien (testbar) + Beispiel-Datensätze
    • No-Go Use Cases (muss gehen, sonst raus)

    4) Datenanforderungen & Ownership

    • Datenobjekte und Felder (Minimum Dataset für MVP)
    • Datenhoheit pro Feld (führende Quelle / write-back Regeln)
    • Validierungen: Pflichtfelder, Wertebereiche, Dublettenlogik

    5) Nicht-funktionale Anforderungen (NFRs)

    • Rollen/Rechte, Audit, DSGVO/PII, Logging
    • Performance/Volumen, Verfügbarkeit, Backup/Restore
    • Betrieb: Monitoring, Reprocessing, Support-Prozesse

    6) Bewertungslogik & Scoring

    • Kriterienkatalog + Gewichtung (nicht nur ungewichtete Summen)
    • Muss/Kann: Mindestkriterien vs Differenzierungsmerkmale
    • Trade-offs dokumentieren (wichtig für Governance)

    7) PoC/Demo-Design

    • Standardisierte Demo-Skripte je Anbieter (gleiche Zeitbox)
    • Mini-PoC: kritische Risiken prüfen (Integration, Rechte, Datenmodell)
    • Definition of Done + Abnahmekriterien

    8) Angebote, TCO & Vertrag

    • TCO (3–5 Jahre): Lizenz + Implementierung + Betrieb + Integrationen + Wachstum
    • Meilensteine, Abnahme, Change Requests, Exit/Portabilität
    • SLA/SLO Anforderungen je kritischem Prozess

    Praxis-Tipp: Der Kern ist immer Kapitel 3 (Use Cases). Wenn ihr dort sauber seid, werden Demos, PoCs und Angebote deutlich besser.

    Systemklassen: Ausschreibung richtig einordnen (ERP, PIM, CRM, MDM, iPaaS)

    Ein RFP ist am besten, wenn es klar ist, welche Systemklasse gesucht wird. Sonst vergleichen Anbieter unterschiedliche Problemtypen.

    ERP (Kernprozesse & Transaktionen)

    Wenn End-to-End Prozesse (Finance, Beschaffung, Auftragsabwicklung, Produktion) im Zentrum stehen.

    PIM (Produktcontent & Kanäle)

    Wenn Produktdaten für Shop/Marktplätze/Kataloge sauber gepflegt und ausgespielt werden müssen.

    MDM (Golden Record & Governance)

    Wenn Dubletten, Governance, Audit und Domänen-Konsistenz (Kunde/Lieferant) kritisch sind.

    CRM (Revenue-Prozess)

    Wenn Sales/Marketing/Service datengetrieben konsistent werden soll (Lead→Deal→Kunde).

    iPaaS (Integration + Betrieb)

    Wenn Integrationen der Hebel sind: Monitoring/Reprocessing/Runbooks reduzieren Run-Kosten.

    Typische Fehler in Ausschreibungen (und wie du sie vermeidest)

    Fehler 1: Feature-Listen statt Use Cases

    Fix: Use Cases mit Akzeptanzkriterien erzwingen Vergleichbarkeit. Features sind abgeleitet, nicht entscheidend.

    Fehler 2: Keine Gewichtung der Kriterien

    Fix: Gewichtung macht Trade-offs sichtbar. Ohne Gewichtung gewinnt der beste Sales-Pitch.

    Fehler 3: TCO nur als Lizenzvergleich

    Fix: Betrieb, Admin, Integrationen und Weiterentwicklung dominieren 3–5 Jahre. TCO muss Run enthalten.

    Fehler 4: Kein PoC für kritische Risiken

    Fix: Mini-PoC fokussiert wenige, aber riskante Fragen: Datenmodell, Rechte, Integration, Performance.

    Erstberatung: RFP strukturieren, Anbieter vergleichbar machen (vendor-neutral)

    Ich unterstütze systemunabhängig bei: Systemklasse/Scope (MVP), Use-Case Set, Gewichtung der Matrix, Demo-/PoC-Design sowie TCO- und Vertragslogik. Ziel: belastbare Entscheidung statt "Sales gewinnt".

    Tipp: Bring eure Systemliste, MVP-Scope, 10 Kern-Use-Cases und Integrationspunkte mit – dann können wir das RFP in kurzer Zeit scharfstellen.

    FAQ