Systemklasse: Was du bei iPaaS wirklich bewertest
Was iPaaS (Integration Platform as a Service) leistet
- Systeme verbinden (APIs, Webhooks, Events, Datenbanken) und Datenflüsse orchestrieren.
- Transformation/Validierung: Daten anreichern, normalisieren, Fehler abfangen.
- Betriebsfähigkeit: Monitoring, Retry-Strategien, Reprocessing, Logging (je nach Tool/Setup).
Warum ‘Workflow Automation’ nicht nur Marketing ist
- Viele Unternehmen starten mit Team-Automationen (RevOps/Office) und landen später bei produktionskritischen Integrationen.
- Dann werden Betrieb, Governance und TCO wichtiger als ‘wie schnell baut man den ersten Flow’.
- Die Wahl der Plattform entscheidet, ob ihr dauerhaft ‘Feuerwehr’ spielt oder skalierbar automatisiert.
Kurzprofile: Make, n8n, Zapier, Workato, Tray.ai
Make
Schneller Einstieg, starke Builder-UX, gut für KMU/Teams mit wenig Ops.
Best fit
Achte auf
- Kostenlogik über Operations/Steps
- Komplexe Flows können teuer werden
- Governance definieren
n8n
Flexibel (Open Source), self-hosted möglich, gut bei Datenhoheit und Custom Integrationen.
Best fit
Achte auf
- Betrieb/Updates/Backups bei self-hosting
- Governance/Standards selbst bauen
- Monitoring/Reprocessing sauber aufsetzen
Zapier
SaaS-Standard für einfache Automationen, sehr schnell bei klassischen App-Integrationen.
Best fit
Achte auf
- Task/Step-Kosten steigen schnell
- Komplexe Verzweigungen/Transforms
- Shadow-Zaps ohne Governance
Workato
Enterprise-orientiert: Governance, Security, Skalierung, viele Konnektoren und Orchestrierung.
Best fit
Achte auf
- Komplexität/Einführung
- Kosten/Enterprise-Contracts
- Enablement für Teams nötig
Tray.ai
Enterprise iPaaS mit Fokus auf komplexe Integrationen, API-orientiert, skalierbar für größere Setups.
Best fit
Achte auf
- Einführung/Enablement
- Kosten/Contracting
- Benötigt klare Ownership im Betrieb
Auswahlkriterien: So vergleichst du iPaaS Plattformen sinnvoll
Viele Vergleiche hängen sich an Features auf. In der Praxis entscheiden diese vier Blöcke über Erfolg und TCO: Use Cases/Volumen, Betrieb (Run), Governance/Security und Flexibilität.
1) Use Cases & Volumen (das ist der wahre Preistreiber)
- Wie viele Runs/Monat? Wie viele Steps pro Run? Wie viele Systeme/Objekte?
- Delta/Batching vs Full Sync (Batching spart Runs und reduziert Fehler).
- Fehlerquote und Retry-Logik: Retries kosten Zeit und ggf. Plan-Kapazität.
2) Betrieb (Run): Monitoring, Reprocessing, Runbooks
- Produktionskritisch? Dann braucht ihr Alerts, Logs, Reprocessing und klare Zuständigkeit.
- Idempotenz (Upsert) + Dead-letter Pattern verhindert Datenchaos.
- Self-hosting (z.B. n8n) bedeutet: Updates/Backups/Security sind euer Job.
3) Governance & Security
- Wer darf Automationen bauen? Wie werden Änderungen reviewed? Wie werden Credentials verwaltet?
- SSO/Audit/Environments (Dev/Test/Prod) entscheiden Enterprise-Fähigkeit.
- Datenresidenz/Netzwerk: braucht ihr Private Connectivity/On-Prem?
4) Flexibilität: Standard-Connector vs Custom API
- Wenn 80% Standard-Apps: Tool mit starkem Connector-Ökosystem gewinnt.
- Wenn viele Custom APIs: API-first Plattform und gute Dev-Story entscheidend.
- Custom Nodes/Extensions können Differenzierung bringen – erhöhen aber Governance-Anforderungen.
Kostenvertiefung: Workflow Automatisierung Kosten (Make/n8n/Zapier Logik).
iPaaS Plattform Vergleich: Bewertungsmatrix (qualitativ)
Die Matrix ist eine Orientierung. Die echte Entscheidung entsteht aus deinem Use-Case-Backlog, Volumen und Governance-Setup.
| Kriterium | Make | n8n | Zapier | Workato | Tray.ai |
|---|---|---|---|---|---|
| Time-to-Value | sehr gut | gut | sehr gut | gut | gut |
| Flexibilität/Custom | mittel | hoch | mittel | hoch | hoch |
| Betrieb/Run Kontrolle | mittel | hoch (v.a. self-hosted) | mittel | hoch | hoch |
| Governance/Enterprise | mittel | mittel (abhängig von Setup) | mittel | sehr hoch | hoch |
| Kosten bei hohem Volumen | mittel | gut (infra+ops) | kritisch | mittel-hoch (contract) | mittel-hoch (contract) |
| KMU/SME Fit | sehr gut | gut | gut | mittel | mittel |
Für eine belastbare Auswahl nutze ich meist: Use-Case Demos + gewichtete Kriterien + Mini-PoC für kritische Risiken. Methodik: Systemauswahl Framework
Empfehlung nach Profil (ohne Vendor-Pitch)
Wenn du schnell starten willst (und Use Cases simpel sind)
Typisch
KMU/Teams, RevOps/Marketing, schnelle Quick Wins
Oft passend
Zapier, Make
Schnellster Rollout mit Standard-Apps. Wichtig: Governance (Owner, Naming, Review) bevor es wild wächst.
Wenn Datenhoheit, Private Network oder viele Runs zentral sind
Typisch
Unternehmen mit sensiblen Daten, On-Prem/Private Connectivity, wachsendes Volumen
Oft passend
n8n (self-hosted oder cloud)
Kontrolle über Hosting und Integrationswege. Dafür Betrieb ernst nehmen (Updates, Backups, Monitoring, Runbooks).
Wenn du Enterprise-Governance & Skalierung brauchst
Typisch
Viele Teams/Departments, Audit/SSO/Controls, komplexe Landschaft
Oft passend
Workato, Tray.ai
Stärker in Governance/Enterprise Controls und Skalierung. Erfolgsfaktor ist Enablement (Standards, CoE/Ownership).
Praxisbeispiel: ERP–PIM–Shop Integration (wo iPaaS wirklich zählt)
- Deltas aus ERP (Preis/Bestand/Artikel) → PIM → Shop
- Transformation/Validierung (Pflichtfelder, Mapping, Taxonomie)
- Fehlerpfade: Dead-letter, Reprocessing, Idempotenz (Upsert), Alerts
- TCO-Hebel: Batching/Delta statt Full Sync, klare Ownership und Runbooks
ERP–PIM–Shop Integrationen zeigen schnell, ob eine Plattform nur "Automation" kann oder ob sie als iPaaS im Betrieb funktioniert. Wenn Reprocessing, Logging und Idempotenz fehlen, steigen Supportkosten – unabhängig vom Tool.
Häufige Fragen
Erstberatung: iPaaS Plattform auswählen (vendor-neutral)
Ich unterstütze systemunabhängig bei Auswahl und Setup: Use Cases, Volumenmodell, Kostenlogik (TCO), Governance, Demo-Skripte, Mini-PoC und Betriebsdesign (Monitoring/Reprocessing/Runbooks). Ziel: Quick Wins ohne späteres Chaos.