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    Systemlandschaft in der Telekommunikation

    Warum PIM und ERP im Telco-Bereich untrennbar sind – und wie BSS, OSS und CPQ zusammenspielen

    Von Tim Sternatz · SystemSelect

    TS

    Tim Sternatz · SystemSelect · Herstellerunabhängige Softwareauswahl

    · Aktualisiert · 8 Min Lesezeit

    Die Telekommunikationsbranche hat eine der komplexesten IT-Systemlandschaften überhaupt. Komplexe Bundle-Produkte, Echtzeit-Aktivierungen, Millionen von Abrechnungszeilen und regulatorische Anforderungen machen die Systemauswahl zur echten Herausforderung.

    Dieser Artikel gibt einen Überblick über die typischen Systemschichten – vom Produktkatalog bis zur Netzwerk-Provisionierung.

    Die typischen IT-Schichten im Telco

    Layer 1

    Produktkatalog (PIM + CPQ)

    Tarife, Bundles, Endgeräte und Add-ons strukturiert verwalten und konfigurierbar machen

    PimcoreAkeneoSalesforce CPQConfigurator-Tools

    Herausforderung: Bundle-Komplexität: Gerät × Tarif × Add-ons × Laufzeit

    Layer 2

    CRM & Vertrieb

    Kundenbeziehungen, Vertragslaufzeiten, Churn-Management, Up-Selling

    SalesforceMicrosoft Dynamics 365SAP CRM

    Herausforderung: 360°-Sicht auf den Kunden über alle Kontaktkanäle (Shop, Hotline, App)

    Layer 3

    BSS – Billing & Order Management

    Rechnungsstellung, Vertragsmanagement, Tarifwechsel, Gutschriften

    Comarch BSSAmdocsSAP Convergent ChargingSIEVERT

    Herausforderung: Komplexe Abrechnungslogiken: Verbindungs-, Daten- und Roaming-Abrechnung

    Layer 4

    OSS – Netzwerk & Service

    SIM-Provisionierung, Netzwerkmanagement, Service Activation, Störungsmanagement

    Nokia NSPEricsson BSCSHuawei OSS

    Herausforderung: Echtzeit-Schnittstellen zum Kernnetz (HLR/HSS, IN-Plattform)

    Layer 5

    E-Commerce & Self-Service

    Online-Bestellung, Tarifkonfigurator, Selbstverwaltungsportal für Endkunden

    ShopwareSalesforce Commerce CloudCustom Shop

    Herausforderung: Echtzeit-Produktdaten aus PIM + Preise aus CPQ + Bestandsprüfung

    Layer 6

    Integration (iPaaS / ESB)

    Alle Systeme verbinden: PIM → Shop → BSS → OSS

    MuleSoftMakeAzure Integration Services

    Herausforderung: Echtzeit vs. Batch-Verarbeitung; hohe Transaktionsvolumen bei Aktivierungen

    Warum PIM im Telco eine besondere Herausforderung ist

    Ein normales Produkt hat 20 Attribute. Ein Mobilfunk-Bundle hat mehrere hundert:

    Bundle-Komplexität

    • 1 Gerät × 50 Tarife × 10 Add-ons × 3 Laufzeiten = 1.500 Kombinationen
    • Alle Kombinationen müssen im Produktkatalog modelliert und gepflegt sein
    • Preisänderungen betreffen oft hunderte von Bundle-Varianten gleichzeitig

    Kanalspezifische Anforderungen

    • E-Commerce: SEO-Texte, Produktbilder, technische Specs
    • Call-Center: Verkaufsargumente, Vergleichsdaten zum Wettbewerb
    • Reseller: B2B-Preislisten, White-Label-Produktdaten
    • Print: Prospekte, Tarif-Flyer (saisonale Aktionen)

    Best Practices für den Telco-Produktkatalog

    Produktmodell von Preismodell trennen

    Tarif-Attribute (Daten-GB, Minuten) im PIM. Preise und Aktionen in CPQ oder einer Pricing-Engine. Das verhindert, dass Preisänderungen umfangreiche PIM-Änderungen erfordern.

    Gemeinsames Datenmodell für alle Kanäle

    Statt separate Produktlisten pro Kanal: Ein Master-Datenmodell im PIM, aus dem alle Kanäle (Shop, API, Print-Export) gespeist werden. Änderungen einmal, Wirkung überall.

    Versionierung von Tarifen

    Alte Tarife (Bestandskunden-Tarife) müssen historisch verfügbar bleiben. Planen Sie Versionierung und Tarifalterung explizit im Datenmodell ein.

    API-first Produktkatalog

    Der Produktkatalog sollte über eine stabile API abrufbar sein – für Shop, App, Callcenter-Systeme und Reseller-Portale gleichermaßen. Keine One-Off-Exports.

    Häufige Fragen zur Telco-Systemlandschaft